Kinderzimmer Beleuchtung: Worauf sollten Sie achten?
Im Kinderzimmer muss Beleuchtung deutlich mehr können als nur den Raum hell machen. Kinder spielen auf dem Boden, lesen im Bett, erledigen später Hausaufgaben am Schreibtisch und sollen am Abend zur Ruhe kommen. Eine einzige helle Deckenlampe kann all diese Anforderungen kaum optimal erfüllen. Gute Kinderzimmer Beleuchtung besteht deshalb aus mehreren Lichtquellen, die zu den verschiedenen Bereichen und Tageszeiten passen. Neben Helligkeit und Lichtfarbe spielen auch Dimmbarkeit, Blendfreiheit und Sicherheit eine wichtige Rolle. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Beleuchtung sich für Spielen, Lernen, Lesen und Schlafen eignet, wie Sie warmweißes und neutralweißes Licht sinnvoll einsetzen und worauf Sie bei Leuchtmitteln, Kabeln und erreichbaren Lampen besonders achten sollten.
Warum eine einzige Lampe im Kinderzimmer oft nicht ausreicht
Ein Kinderzimmer erfüllt meist mehrere Funktionen gleichzeitig. Es ist Schlafzimmer, Spielzimmer, Leseecke und später häufig auch Lern- und Arbeitsbereich. Entsprechend unterschiedlich sind die Anforderungen an das Licht.
Eine helle Deckenleuchte ist beim Aufräumen praktisch, kann am Abend aber unangenehm wirken. Ein kleines Nachtlicht wiederum ist für die Orientierung hilfreich, reicht jedoch nicht zum Spielen oder Lesen.
Ein gutes Lichtkonzept kombiniert deshalb mehrere Ebenen:
- Grundbeleuchtung für den gesamten Raum;
- Arbeitslicht für Schreibtisch und Bastelbereich;
- Leselicht am Bett oder in der Leseecke;
- sanftes Orientierungslicht für den Abend und die Nacht.
Wenn diese Lichtquellen getrennt geschaltet oder gedimmt werden können, lässt sich die Beleuchtung wesentlich besser an die jeweilige Situation anpassen.
Die richtige Grundbeleuchtung im Kinderzimmer
Die Grundbeleuchtung sollte den Raum möglichst gleichmäßig ausleuchten. Vor allem am Boden dürfen keine großen dunklen Bereiche entstehen, denn dort wird gespielt und herumliegendes Spielzeug muss gut sichtbar bleiben.
Eine Deckenleuchte mit breitem Abstrahlwinkel ist dafür häufig eine geeignete Lösung. Bei größeren oder verwinkelten Kinderzimmern können mehrere Lichtpunkte sinnvoller sein als eine einzelne starke Lichtquelle.
Als Orientierung werden für die allgemeine Beleuchtung eines Kinderzimmers häufig etwa 300 bis 500 Lux genannt. Der tatsächlich benötigte Lichtstrom hängt jedoch unter anderem von Raumgröße, Wandfarben, Einrichtung und Lichtverteilung ab.
Lumen und Lux nicht miteinander verwechseln
Beim Kauf eines Leuchtmittels finden Sie normalerweise einen Wert in Lumen. Dieser beschreibt, wie viel Licht die Lampe insgesamt abgibt. Lux beschreibt dagegen, wie viel Licht auf einer bestimmten Fläche ankommt.
Eine Lampe mit vielen Lumen ist daher nicht automatisch überall im Raum ausreichend. Wenn das Licht nur in eine Richtung abstrahlt oder von Möbeln abgeschirmt wird, können trotzdem dunkle Bereiche entstehen.
Welche Lichtfarbe eignet sich im Kinderzimmer?
Die Lichtfarbe wird in Kelvin angegeben. Je niedriger der Kelvinwert ist, desto wärmer und gelblicher wirkt das Licht. Höhere Werte erscheinen weißer beziehungsweise kühler.
| Lichtfarbe | Typischer Kelvinbereich | Geeignete Anwendung |
|---|---|---|
| Extra warmweiß | etwa 2200 bis 2700 K | Abendlicht, Nachtlicht, gemütliche Leseecke |
| Warmweiß | etwa 2700 bis 3300 K | Grundbeleuchtung, Bettbereich und entspanntes Spielen |
| Neutralweiß | etwa 3300 bis 5300 K | Schreibtisch, Basteln und konzentrierte Tätigkeiten |
Für die allgemeine Beleuchtung und die Abendstunden ist warmweißes Licht meist eine angenehme Wahl. Für Hausaufgaben oder Bastelarbeiten kann dagegen ein neutraleres Licht sinnvoll sein.
Das bedeutet nicht, dass im gesamten Raum unterschiedliche Farbtemperaturen erforderlich sind. Entscheidend ist vielmehr, dass Sie die jeweilige Lichtquelle passend zu ihrer Aufgabe auswählen.
Dimmbares Licht macht das Kinderzimmer flexibler
Die passende Helligkeit verändert sich im Laufe des Tages. Beim Spielen und Aufräumen darf die Beleuchtung relativ hell sein. Beim Vorlesen oder kurz vor dem Schlafengehen ist eine geringere Lichtstärke meist angenehmer.
Dimmbares Licht ist deshalb im Kinderzimmer besonders praktisch. Es ermöglicht, dieselbe Lichtquelle für unterschiedliche Situationen zu verwenden.
Wenn kein separater Wanddimmer vorhanden ist, können dimmbare LED-Lampen ohne separaten Dimmer eine Alternative sein. Je nach Ausführung lassen sich verschiedene Helligkeitsstufen über den normalen Lichtschalter auswählen.
Achten Sie bei klassischen dimmbaren LEDs darauf, dass sowohl das Leuchtmittel als auch der verwendete Dimmer miteinander kompatibel sind.
Beleuchtung am Schreibtisch richtig planen
Spätestens mit Beginn der Schulzeit wird der Schreibtisch zu einem wichtigen Lichtbereich. Hier reicht eine Deckenlampe allein meist nicht aus.
Eine Schreibtischleuchte sollte die Arbeitsfläche gleichmäßig beleuchten und sich möglichst flexibel ausrichten lassen. Das Licht darf weder direkt in die Augen scheinen noch störende Reflexionen auf Papier oder Bildschirm verursachen.
Auf welcher Seite sollte die Schreibtischlampe stehen?
Bei Rechtshändern ist es meist sinnvoll, die Lampe auf der linken Seite zu positionieren. Bei Linkshändern entsprechend auf der rechten Seite. So wirft die schreibende Hand weniger Schatten auf das Papier.
Außerdem sollte der restliche Raum nicht vollständig dunkel sein. Ein sehr heller Schreibtisch in einem ansonsten dunklen Zimmer erzeugt einen starken Helligkeitskontrast, der auf Dauer unangenehm sein kann.
Welche Lichtfarbe eignet sich zum Lernen?
Für konzentrierte Tätigkeiten ist ein neutralweißes Licht oft geeigneter als sehr warmes Licht. Ein Wert um 4000 Kelvin ist beispielsweise eine verbreitete Wahl für Arbeitsbereiche.
Wenn dieselbe Leuchte auch am Abend genutzt wird, kann eine dimmbare oder in der Farbtemperatur verstellbare Lösung zusätzlichen Komfort bieten.
Leselicht am Bett: hell genug, aber nicht blendend
Beim Vorlesen oder selbstständigen Lesen benötigt das Kind gerichtetes Licht auf dem Buch. Eine sehr helle Deckenlampe ist dafür nicht zwingend erforderlich.
Geeignet sind beispielsweise Wand- oder Tischleuchten, deren Licht sich gezielt auf die Lesefläche richten lässt. Wichtig ist, dass die Lichtquelle nicht direkt ins Gesicht scheint.
In vielen kleineren Tisch- und Nachttischleuchten werden E14-Leuchtmittel verwendet. Wenn Ihre Leuchte eine kleine Schraubfassung besitzt, können Sie beispielsweise zwischen verschiedenen Leuchtmitteln mit E14-Fassung wählen.
Für größere Tisch-, Steh- oder Deckenleuchten ist häufig E27 üblich. Prüfen Sie deshalb immer zuerst die Fassung der vorhandenen Leuchte, bevor Sie ein neues Leuchtmittel bestellen.
Nachtlicht im Kinderzimmer: so wenig Licht wie nötig
Ein Nachtlicht kann Kindern helfen, sich nachts zu orientieren oder den Weg zur Tür und zum Badezimmer zu finden. Es soll den Raum jedoch nicht vollständig ausleuchten.
Für die Nacht ist ein sehr schwaches, warmes Licht meist sinnvoller als eine helle oder kaltweiße Lampe. Das Licht sollte möglichst indirekt beziehungsweise außerhalb der direkten Blickrichtung des Kindes platziert werden.
Praktisch ist eine dimmbare Lösung, bei der Sie die Helligkeit auf das tatsächlich notwendige Minimum reduzieren können.
Auch ein Nachtlicht muss nicht zwingend die ganze Nacht eingeschaltet bleiben. Ob das sinnvoll ist, hängt vom Alter und den individuellen Bedürfnissen des Kindes ab.
Sicherheit steht im Kinderzimmer an erster Stelle
Bei der Kinderzimmerbeleuchtung spielt Sicherheit eine größere Rolle als in vielen anderen Wohnräumen. Kinder klettern, spielen, ziehen an Gegenständen und erreichen mit zunehmendem Alter immer mehr Bereiche des Zimmers.
Beachten Sie deshalb unter anderem folgende Punkte:
- Kabel sollten möglichst nicht lose über den Boden verlaufen.
- Leuchten sollten stabil stehen oder sicher befestigt sein.
- Leuchtmittel und Leuchten dürfen nicht mit Stoff, Papier oder Dekoration abgedeckt werden.
- Steckdosen in erreichbaren Bereichen sollten kindersicher ausgeführt sein.
- Leuchten mit leicht zerbrechlichen Komponenten sollten außerhalb der direkten Spielzone stehen.
- Das Licht sollte nicht direkt in Augenhöhe stark blenden.
LED-Leuchtmittel sind wegen ihrer hohen Energieeffizienz und vergleichsweise geringen Wärmeentwicklung für viele Anwendungen praktisch. Dennoch können auch LED-Lampen und ihre Elektronik warm werden. Leuchten sollten daher immer gemäß den Herstellerangaben verwendet und niemals abgedeckt werden.
Welche Fassung braucht die Kinderzimmerlampe?
Beim Kauf eines neuen Leuchtmittels ist die Fassung eines der wichtigsten Auswahlkriterien. In Wohnräumen sind insbesondere E27 und E14 verbreitet.
E27 für Decken-, Steh- und größere Tischleuchten
E27 besitzt einen vergleichsweise großen Schraubsockel. Diese Fassung finden Sie häufig in Deckenleuchten, größeren Tischlampen und Stehleuchten.
Unter den LED-Lampen mit E27-Fassung können Sie anschließend nach Lichtfarbe, Helligkeit, Form und gegebenenfalls Dimmbarkeit auswählen.
E14 für kompakte und dekorative Leuchten
E14 ist die kleinere Schraubfassung und wird häufig in Nachttisch-, Wand- oder dekorativen Leuchten verwendet. Auch kleine Kugel- und Kerzenlampen besitzen oft diesen Sockel.
Für eine dekorative Leuchte kann beispielsweise eine E14-Kerzenlampe infrage kommen. Entscheidend bleibt jedoch, dass Abmessungen, Helligkeit und Lichtfarbe zur Leuchte und zur Nutzung passen.
Auf Farbwiedergabe und Blendung achten
Für Basteln, Malen und Lernen ist nicht nur die Helligkeit relevant. Auch die Farbwiedergabe spielt eine Rolle. Sie wird als Ra- beziehungsweise CRI-Wert angegeben.
Ein höherer Wert bedeutet, dass Farben unter künstlichem Licht natürlicher erscheinen. Für allgemeine Innenraumbeleuchtung ist Ra 80 ein verbreiteter Mindestwert. Für einen Bastel- oder Zeichenplatz kann eine bessere Farbwiedergabe sinnvoll sein.
Ebenso wichtig ist die Blendfreiheit. Eine sichtbare, sehr helle LED kann unangenehm sein, besonders wenn das Kind im Bett oder auf dem Boden direkt in die Lichtquelle schaut. Matte Leuchtmittel oder geeignete Lampenschirme können das Licht gleichmäßiger verteilen.
Kinderzimmerbeleuchtung nach Tageszeit
Ein praktisches Lichtkonzept orientiert sich nicht nur am Bereich, sondern auch an der Tageszeit.
| Situation | Geeignete Beleuchtung |
|---|---|
| Morgens | Helle, gleichmäßige Grundbeleuchtung |
| Spielen | Grundlicht plus ausreichend Licht am Boden |
| Hausaufgaben | Gezieltes neutralweißes Schreibtischlicht plus Grundbeleuchtung |
| Vorlesen | Gerichtetes warmweißes Leselicht |
| Vor dem Schlafengehen | Gedimmtes warmweißes Licht |
| Nachts | Sehr schwaches Orientierungslicht, falls erforderlich |
Mit getrennten Lichtquellen müssen Sie nicht ständig zwischen zu dunkel und zu hell wählen. Stattdessen aktivieren Sie nur das Licht, das für die jeweilige Situation benötigt wird.
Häufige Fehler bei der Beleuchtung im Kinderzimmer
- Nur eine zentrale Deckenlampe verwenden: Dadurch fehlen gezielte Lichtquellen zum Lesen und Lernen.
- Zu grelles Licht am Abend: Für die Zeit vor dem Schlafengehen ist gedimmtes, warmweißes Licht meist angenehmer.
- Schreibtischlampe falsch positionieren: Dadurch entstehen Schatten auf dem Arbeitsblatt.
- Nachtlicht zu hell einstellen: Ein Nachtlicht sollte nur Orientierung geben.
- Offene Kabel liegen lassen: Sie können zur Stolper- oder Spielgefahr werden.
- Nur auf Watt achten: Für die Helligkeit ist der Lumenwert entscheidender.
- Fassung nicht kontrollieren: E14 und E27 sind nicht untereinander austauschbar.
- Leuchtmittel abdecken: Stoff und Dekoration gehören nicht über oder direkt an eine Lampe.
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