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Das neue Energielabel für LED-Lampen: Was bedeutet A bis G?

Sie kaufen eine moderne LED-Lampe und entdecken auf der Verpackung plötzlich die Energieklasse E oder F? Das wirkt zunächst überraschend. Schließlich gelten LED-Lampen als besonders energieeffizient. Der Grund liegt jedoch nicht darin, dass moderne LEDs plötzlich mehr Strom verbrauchen. Seit September 2021 gilt für Lichtquellen in der EU ein neu skaliertes Energielabel von A bis G. Die Anforderungen an die oberen Energieklassen sind dabei deutlich strenger als früher.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie das neue Energielabel für LED-Lampen funktioniert, warum viele sparsame LEDs heute mit E oder F gekennzeichnet sind und wie Sie verschiedene Leuchtmittel sinnvoll anhand von Lumen, Watt und Energieverbrauch vergleichen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Seit September 2021 reicht das EU-Energielabel für Lichtquellen von A bis G.
  • Die früheren Klassen A+, A++ und A+++ wurden abgeschafft.
  • Eine LED-Lampe mit Energieklasse E oder F kann weiterhin deutlich sparsamer als eine klassische Glühlampe sein.
  • Das Label zeigt neben der Effizienzklasse auch den Stromverbrauch pro 1.000 Betriebsstunden.
  • Über den QR-Code können Sie weitere Produktinformationen in der europäischen EPREL-Datenbank aufrufen.
  • Vergleichen Sie ähnliche Lampen nicht nur anhand der Energieklasse, sondern auch anhand von Lumen und Watt.

Was bedeutet das neue Energielabel bei LED-Lampen?

Das neue Energielabel soll es einfacher machen, die Energieeffizienz verschiedener Lichtquellen miteinander zu vergleichen. Die Skala reicht von A für besonders effiziente Lichtquellen bis G für die niedrigste Effizienzklasse.

Die bekannte Farbskala bleibt erhalten. Grün steht für die effizienteren Klassen, während die unteren Klassen zunehmend gelb, orange und rot dargestellt werden.

Auf dem Energielabel einer LED-Lampe finden Sie vor allem folgende Informationen:

  • die Energieeffizienzklasse von A bis G;
  • den Energieverbrauch der Lichtquelle in kWh pro 1.000 Stunden;
  • einen QR-Code zur europäischen EPREL-Produktdatenbank.

Das Label gilt für viele Arten von Lichtquellen. Dazu gehören auch zahlreiche LED-Lampen, LED-Spots und LED-Röhren.

Warum wurde das Energielabel für Lampen geändert?

Die alte Energiekennzeichnung hatte im Laufe der Zeit an Aussagekraft verloren. Durch technische Verbesserungen erreichten immer mehr Produkte die Klassen A+, A++ oder A+++. Dadurch konnten Verbraucher besonders effiziente Produkte kaum noch voneinander unterscheiden.

Deshalb wurde die Skala neu geordnet. Die Plusklassen verschwanden und die ursprüngliche Einteilung von A bis G kehrte zurück. Gleichzeitig wurden die Anforderungen an die besten Klassen deutlich verschärft.

Dadurch entstand wieder Spielraum für technische Verbesserungen. Ein Produkt, das früher beispielsweise mit A+ gekennzeichnet wurde, erhält unter dem neuen System deshalb nicht automatisch Klasse A.

Warum haben viele LED-Lampen Energieklasse E oder F?

Viele LED-Lampen tragen heute die Energieklasse E oder F, weil die Anforderungen des neuen Energielabels wesentlich strenger sind. Das bedeutet nicht, dass die LED plötzlich ineffizient geworden ist.

Für nicht gerichtete Lichtquellen am Stromnetz entsprechen die offiziellen Effizienzgrenzen beispielsweise ungefähr folgenden Werten:

Energieklasse Effizienzgrenze
A ab 210 lm/W
B 185 bis unter 210 lm/W
C 160 bis unter 185 lm/W
D 135 bis unter 160 lm/W
E 110 bis unter 135 lm/W
F 85 bis unter 110 lm/W
G unter 85 lm/W

Die genaue offizielle Berechnung kann abhängig davon variieren, ob eine Lichtquelle gerichtet oder ungerichtet ist und ob sie direkt am Stromnetz betrieben wird. Die Tabelle eignet sich deshalb vor allem als Orientierung.

Wenn eine LED beispielsweise 100 Lumen pro Watt erreicht, kann sie nach der neuen Skala in Klasse F fallen. Trotzdem liefert sie wesentlich mehr Licht pro eingesetztem Watt als eine traditionelle Glühlampe.

Ist Energieklasse F bei einer LED-Lampe schlecht?

Nein. Energieklasse F bedeutet bei einer LED-Lampe nicht automatisch, dass sie eine schlechte oder verschwenderische Lichtquelle ist. Die Bewertung muss im Kontext des neuen, deutlich strengeren Energielabels betrachtet werden.

Entscheidend ist außerdem, welche Lampen Sie miteinander vergleichen. Eine LED mit Klasse F kann eine sinnvolle und energieeffiziente Alternative zu einer alten Glühlampe oder Halogenlampe sein.

Wenn Sie zwischen zwei modernen LEDs mit vergleichbarer Helligkeit, Lichtfarbe und Bauform wählen, ist die Energieklasse dagegen durchaus ein hilfreiches Vergleichskriterium. Eine effizientere LED erzeugt mehr nutzbares Licht aus derselben Menge elektrischer Energie.

Was bedeutet Lumen pro Watt?

Lumen pro Watt, abgekürzt lm/W, beschreibt die Lichtausbeute einer Lampe. Der Wert zeigt vereinfacht gesagt, wie viel sichtbares Licht die Lampe aus einem Watt elektrischer Leistung erzeugt.

Eine Lampe mit 800 Lumen und 8 Watt erreicht beispielsweise rechnerisch 100 lm/W. Eine vergleichbare Lampe mit 800 Lumen und 5 Watt erreicht 160 lm/W und nutzt die eingesetzte Energie damit effizienter.

Beim Kauf einer LED sollten Sie deshalb nicht nur auf Watt achten. Die Wattzahl beschreibt den Strombedarf, während Lumen angibt, wie viel Licht tatsächlich erzeugt wird.

Bei klassischen LED-Standardlampen können Sie Lumen und Watt besonders einfach zwischen Produkten mit ähnlicher Lichtleistung vergleichen.

Was bedeutet kWh pro 1.000 Stunden?

Auf dem Energielabel wird der Stromverbrauch einer Lichtquelle in Kilowattstunden pro 1.000 Betriebsstunden angegeben. Dadurch können Sie relativ einfach abschätzen, wie viel Strom eine Lampe bei regelmäßiger Nutzung benötigt.

Eine LED-Lampe mit einer Leistungsaufnahme von ungefähr 8 Watt benötigt während 1.000 Betriebsstunden rund 8 kWh elektrische Energie. Die Angabe auf dem Energielabel macht diesen Verbrauch direkt vergleichbar.

Wenn Sie zwei Lampen mit ähnlicher Helligkeit vergleichen, achten Sie auf den niedrigeren Verbrauch pro 1.000 Stunden. So erkennen Sie schnell, welche Lichtquelle bei vergleichbarer Nutzung weniger Energie benötigt.

Was zeigt der QR-Code auf dem Energielabel?

Der QR-Code auf dem Energielabel führt zur europäischen Produktdatenbank EPREL. Dort sind zusätzliche Informationen zu registrierten Lichtquellen hinterlegt.

Je nach Produkt finden Sie dort beispielsweise Angaben zur Lichtleistung, Farbtemperatur, Fassung und weiteren technischen Eigenschaften.

Der QR-Code ist deshalb besonders praktisch, wenn Sie technische Daten einer LED-Lampe genauer kontrollieren oder verschiedene Produkte miteinander vergleichen möchten.

Was ist EPREL?

EPREL steht für European Product Registry for Energy Labelling. Dabei handelt es sich um die offizielle europäische Datenbank für Produkte, die unter die Energiekennzeichnung fallen.

Verbraucher können dort nach konkreten Modellen suchen und technische Produktinformationen einsehen. Neben dem QR-Code auf der Verpackung können Produkte auch anhand von Marke, Modellbezeichnung oder Registrierungsnummer gesucht werden.

Das schafft zusätzliche Transparenz und hilft Ihnen, Angaben auf dem Energielabel zu überprüfen.

Wie vergleichen Sie LED-Lampen anhand des Energielabels?

Das Energielabel ist eine gute Orientierung, sollte aber nicht das einzige Auswahlkriterium sein. Vergleichen Sie zuerst Lampen, die für denselben Einsatzzweck geeignet sind.

  1. Bestimmen Sie die gewünschte Helligkeit. Vergleichen Sie dafür den Lichtstrom in Lumen.
  2. Prüfen Sie den Stromverbrauch. Vergleichen Sie die Leistungsaufnahme in Watt.
  3. Vergleichen Sie die Energieklasse. Bei ähnlich hellen Lampen ist eine höhere Effizienzklasse in der Regel vorteilhaft.
  4. Achten Sie auf kWh pro 1.000 Stunden. Dieser Wert macht den tatsächlichen Verbrauch leichter vergleichbar.
  5. Vergleichen Sie die Lichtausbeute. Ein höherer Wert in Lumen pro Watt weist auf eine effizientere Lichtumwandlung hin.
  6. Prüfen Sie weitere Eigenschaften. Fassung, Lichtfarbe, Abstrahlwinkel und Dimmbarkeit müssen ebenfalls zur Leuchte passen.

Bei gerichteter Beleuchtung können Sie beispielsweise GU10 LED-Spots miteinander vergleichen. Für dekorative offene Leuchten eignen sich dagegen häufig LED-Filamentlampen.

Warum reicht die Energieklasse allein nicht aus?

Eine höhere Energieeffizienzklasse ist grundsätzlich positiv, sagt aber nicht, ob eine Lampe für Ihren konkreten Einsatzzweck geeignet ist.

Eine sehr effiziente LED bringt Ihnen wenig, wenn sie nicht hell genug ist, die falsche Fassung besitzt oder eine ungeeignete Lichtfarbe erzeugt. Deshalb sollten Sie immer mehrere technische Eigenschaften gemeinsam betrachten.

  • Lumen: Wie hell ist die Lampe?
  • Watt: Wie viel elektrische Leistung benötigt sie?
  • Kelvin: Welche Lichtfarbe erzeugt die Lampe?
  • Fassung: Passt das Leuchtmittel in Ihre Leuchte?
  • Dimmbar: Kann die Helligkeit geregelt werden?
  • Abstrahlwinkel: Wie breit oder gezielt wird das Licht verteilt?

Für Arbeitsbereiche mit langen Betriebszeiten können beispielsweise effiziente LED-Leuchtstoffröhren interessant sein, während im Wohnbereich Lichtfarbe und Dimmbarkeit häufig eine größere Rolle spielen.

Welche Fehler sollten Sie beim Energielabel vermeiden?

Energieklasse E oder F automatisch als schlecht betrachten

Das ist einer der häufigsten Denkfehler. Die aktuelle Skala wurde bewusst strenger gestaltet. Eine LED der Klasse E oder F kann deshalb weiterhin eine energiesparende Lichtquelle sein.

Watt mit Helligkeit verwechseln

Die Wattzahl zeigt den Energiebedarf einer Lampe und nicht direkt ihre Helligkeit. Für die Lichtmenge ist der Wert in Lumen entscheidend.

Lampen mit völlig unterschiedlicher Helligkeit vergleichen

Eine 400-Lumen-Lampe und eine 1.500-Lumen-Lampe erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Vergleichen Sie die Effizienz deshalb vorzugsweise zwischen Produkten mit ähnlicher Lichtleistung und gleichem Anwendungsbereich.

Nur auf die Energieklasse achten

Fassung, Lichtfarbe, Dimmbarkeit, Abstrahlwinkel und Bauform bleiben wichtig. Das beste Energielabel hilft nicht, wenn die Lampe technisch nicht zu Ihrer Leuchte passt.

Fazit: Das neue Energielabel richtig einordnen

Das neue Energielabel für LED-Lampen macht die Unterschiede zwischen modernen Lichtquellen wieder deutlicher. Die Klassen reichen von A bis G und werden nach wesentlich strengeren Kriterien vergeben als beim früheren System mit A+, A++ und A+++.

Deshalb müssen Sie sich nicht automatisch von einer LED mit Energieklasse E oder F abschrecken lassen. Vergleichen Sie stattdessen ähnliche Leuchtmittel anhand von Energieklasse, Lumen, Watt und Verbrauch pro 1.000 Stunden.

So können Sie eine LED auswählen, die nicht nur energieeffizient ist, sondern auch hinsichtlich Helligkeit, Lichtfarbe und Fassung optimal zu Ihrer Leuchte passt.

Häufig gestellte fragen

Warum haben LED-Lampen häufig Energieklasse E oder F? chevron-down

Viele LEDs landen in Klasse E oder F, weil die EU das Energielabel 2021 veel strenger heeft heringedeeld. Die Effizienzgrenzen der oberen Klassen liegen sehr hoch; beispielsweise beginnt Klasse A erst bei einer berechneten Effizienz von 210 lm/W.

Ist Energieklasse F bei einer LED-Lampe schlecht? chevron-down

Nein. Klasse F bedeutet nicht automatisch, dass eine LED ineffizient ist. Sinnvoll ist der Vergleich mit anderen Lampen ähnlicher Helligkeit und Funktion. Watt, Lumen und kWh pro 1.000 Stunden sollten ebenfalls berücksichtigt werden.

Was bedeutet das neue Energielabel? chevron-down

Es verwendet die Skala A bis G, zeigt die konkrete Energieeffizienzklasse und den Energieverbrauch in kWh pro 1.000 Stunden. Außerdem enthält es einen QR-Code.

Welche Energieeffizienzklasse ist bei LED gut? chevron-down

A ist die höchste Effizienzklasse. Trotzdem können auch E- oder F-Lampen für viele Anwendungen effizient sein. Entscheidend ist, vergleichbare Leuchtmittel miteinander zu vergleichen.

Was bedeutet der QR-Code? chevron-down

Der QR-Code führt direkt zum jeweiligen Produktdatensatz in EPREL, wo weitere technische Angaben zum Modell verfügbar sind.

Was ist EPREL? chevron-down

EPREL ist das European Product Registry for Energy Labelling. Verbraucher können dort registrierte Modelle suchen, technische Daten aufrufen und inzwischen auch ähnliche Produkte vergleichen.

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